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Wir erleben LiterNatur

Bewusstseinsbildung meets Literatur! In diesem literarischen Format von Matthias gibt es unterschiedliche Texte zu lesen, die sich insbesondere mit den Themen Natur, Umwelt & Klima beschäftigen. Erlebe mehr und tauche ein!

Icon bestehend aus einem Dreieck nach rechts voller KugelnZwei Welten (2020)

von Matthias Kuhnel

Es ist Sommer. Ich sitze im Zug und schaue hinaus. Haus an Haus reiht sich ein. Stein um Stein türmt sich auf. Ich wende meinen Blick ab. Ich schaue durch das Fenster auf der anderen Seite. Baum an Baum reiht sich ein. Gräser und Sträucher türmen sich auf. Zwei Welten auf der einen Fahrt. Was nun? Ich lege meinen Kopf auf meine Hände. Ich schließe meine Augen. Durch die offenen Fenster lausche ich dem kalten Lärm auf der einen Seite. Und den warmen Klängen auf der anderen Seite.

Es stinkt unaufhörlich von dem einen Fenster. Und es duftet so herrlich vom anderen Fenster. Ich merke wie staubig und unangenehm der Windzug auf der menschen-bebauten Ecke ist. Und ich spüre gleichzeitig einen zarten Hauch von der natur-belassenen Ecke. Ich nehme meinen Kopf von den Händen. Ich öffne meine Augen. Ich gehe zum Fenster mit Häusern, Lärm, Gestank und Staub. Ich schließe es. Alles fühlt sich nun besser an. Reiner. Natürlicher. Ich möchte mehr davon. Baum an Baum, warme Klänge, herrlicher Duft und zarter Hauch. Meine Sinne fahren Achterbahn. Im Zug. Mein Atemzug. Riecht den herrlichen Duft der Natur. Mehr davon. Und weniger von der anderen Seite. Zwei Welten. Eine Natur. Kein Zurück. Augen auf. Alle Sinne nutzen. Entscheidungen treffen. Gemeinsam mehr Wege gehen.

Icon bestehend aus einem Dreieck nach rechts voller KugelnDas Gesicht der Natur (2019)

von Matthias Kuhnel

Sprecher: Es war einmal ein junges Mädchen, das den lieben langen Tag in der Natur war. Allerdings schlief sie die vergangenen Jahrhunderte. Als sie wieder erwachte, sah sie mit ihren zarten Augen etliche Land- und Wasserstreifen voll schwerem Chaos. Sie ging weiter zum Hügel der Unendlichkeit in der Hoffnung, der weise Mann könne ihr berichten, was zwischenzeitlich geschehen sein mag. Sie fragte:

Mädchen: „Weiser Mann, was ist der ehemals so wunderschönen Natur widerfahren?“

Weiser Mann: „Mein Kind, du schliefest lange Zeit. Die Menschheit hat Grausames getan: Die Erde gebrandmarkt mit Abfällen sowie Wasser und Luft sichtbaren und unsichtbaren Verunreinigungen ausgesetzt.“

Mädchen: „Wie entsetzlich! Wie kann ich dem entgegenwirken?“

Weiser Mann: „Das mein liebes Kind musst du selbst herausfinden. Doch so viel sei gesagt: Lösche Ursächliches, so kann es nicht mehr wirken.“

Mädchen: „Was genau meinen Sie damit, weiser Mann?“

Weiser Mann: „Die Umwelt- und Klimasünden verschwinden nur, wenn man die Ursachen allesamt verbannt.“

Mädchen: „Ich beginne zu verstehen. Ich muss also Ursachen bekämpfen, aber wie soll mir das alleine gelingen in einer mir fremd gewordenen Welt?“

Weiser Mann: „Das mein Kind ist die Herausforderung, die es anzunehmen gilt. Aber alleine kann man nur geringfügig etwas nachhaltig bewirken. Du musst viele Leute versuchen zu überzeugen. Doch sei dir stets gewiss, dass du Durchhaltevermögen benötigst, sonst hast du keine Chance.“

Mädchen: „Danke werter Herr für Ihre nie enden wollende Weisheit.“

Weiser Mann: „Dank nicht mir, sondern dir, dass du bereit bist durch gezieltes Handeln den Einklang in der Natur wiederherzustellen. So wie es einmal vor einigen Jahrhunderten gewesen ist. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Erfolg.“

Mädchen: „Tausend Dank.“

Sprecher: Und so kam es, dass das junge Mädchen versuchte Ursachen zu identifizieren, um diese zu verbannen. Sie konnte eine Horde junger Menschen überzeugen sie tatkräftig dabei zu unterstützen. Gemeinsam packten sie es an und gaben der Natur nach und nach ihr Gesicht zurück, das sie vor Jahrhunderten so strahlend schön erschienen ließ. Die Schneeflocken legten sich samt auf die Haut der Natur, während die Sonne sie charmant errötete. So erholt sich die Natur Pore um Pore.

Icon bestehend aus einem Dreieck nach rechts voller KugelnDer kauzige Mann (2019)

von Matthias Kuhnel

Sprecher: Es war dunkel und das Licht flackerte blitzartig. Inmitten der Dämmerung ließ der Wind die Äste der Bäume völlig umhertreiben. Ein Gutsbesitzer durchkämmte sein Feld und traf plötzlich auf einen sonderbaren Mann am Rande eines kleinen Baches.

Gutsbesitzer: „Mein Herr, was macht ihr hier zu so später Stund'?“

Kauziger Mann: „Ich schnappe nach frischer Luft, auch wenn die Luft nicht mehr frisch ist. Ich schätze die Harmonie des Wetters, auch wenn das Wetter nicht mehr harmonisch ist. Ich genieße die reine Natur, auch wenn die Natur nicht mehr rein ist. Ich trinke das klare Wasser, auch wenn das Wasser nicht mehr klar ist. Ich esse die gesunden Früchte, auch wenn sie nicht mehr gesund sind.“

Sprecher: Der Gutsbesitzer verstand nicht so recht, was ihm der Mann erzählen wollte und fragte nochmals nach:

Gutsbesitzer: „Mein Herr, wovon sprecht ihr? Was hat das alles zu bedeuten?“

Kauziger Mann: „Werter Mitmensch, macht eure Augen auf und schaut genau hin, dann werdet ihr es erkennen.“

Sprecher: Der Mann wandte sich von dem Gutsbesitzer ab und lief dem Bachverlauf folgend in die Ferne. Der Gutsbesitzer dachte einen Moment lang nach und hob alsbald seinen Kopf, um das Terrain um sich herum anzuschauen. Er vermochte nach und nach zu erkennen, was ihm der kauzige Mann mit auf den Weg gab. Der konsternierte Gutsbesitzer flüsterte vor sich hin:

Gutsbesitzer: „Ohweh, das ist also mit meinem Feld passiert: verseuchte Luft, erzürntes Wetter, verschmutzte Böden, schleimiges Wasser, verkommene Früchte.“

Sprecher: Der Gutsbesitzer sagte sich selbst laut zu:

Gutsbesitzer: „Das muss sofort ein Ende haben. Ich gehe in den neuen Tag mit dem Vorsatz mein Feld von all' seinem Leiden zu befreien. Diesen Weg der Erkenntnis werde ich ab sofort nachdrücklich beschreiten. Ich werde diese in die Welt hinaustragen, sodass sich viele Felder von ihren Verunreinigungen erholen können.“

Sprecher: Und so ging der Gutsbesitzer erhobenen Hauptes und völlig überzeugt von seinem Feld. Doch er hörte die Stimme des sonderbaren Mannes von weit weg, der sagte:

Kauziger Mann: „Die Erkenntnis ist nun dein, aber warte nicht bis morgen, denn jeder Augenblick zählt.“

Sprecher: Und so kam es, dass sich der Gutsbesitzer an die Ortsbewohner wandte. Er versuchte all' die Menschen dazu zu bewegen, sich ihm und seinem Vorhaben anzuschließen. Ein schwieriger, aber nicht unlösbarer Weg lag nun vor ihm. Durch die Hilfe des kauzigen Mannes wurden dem Gutsbesitzer die Sinne geschärft. Eine umgehende Selektion von geeigneten Maßnahmen sei der Schlüssel zum sauberen Feld.

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